Am nächsten Morgen nutze ich die Tatsache, dass ich den ganzen Tag frei bekommen habe, um ein bisschen länger zu schlafen.
Allerdings nicht allzu lange, weil ich generell niemand bin, der lange schlafen kann.
Nachdem ich mich für den Tag fertig gemacht habe, habe ich noch ein paar Stunden Zeit bis ich los muss, also überprüfe ich meinen E-Mail-Posteingang und beantworte wo nötig Mails und schau danach Nachrichten, um auf dem Laufenden zu bleiben.
Dabei stelle ich in den Beiträgen über die Ostgrenze fest, dass man im Hintergrund von manchen Szenen schon sehen kann, wie die ersten Einmannpanzer eingesetzt werden.
Diese werden scheinbar zu Patrouillenzwecken auf der Mauer und in den Basen im Grenzland hinter der Mauer verwendet, sie werden aber nicht aktiv in den Nachrichten angesprochen.
Nachdem ich mit den Nachrichten durch bin, muss ich aber auch schon langsam los, um noch rechtzeitig bei Annika im Krankenhaus anzukommen.
Also schnappe ich mir meine Schlüssel und fahre los.
Als ich im Krankenhaus bei Annikas Zimmer ankomme, öffnet sie schon die Tür und kommt mir entgegen.
Über ihre gesunde Schulter hat sie eine Tasche geschlungen.
Der verletzte Arm hängt in einer Armschlinge.
Auf dem Weg zum Auto und auf der Fahrt zurück zum Innovationskomplex unterhalten wir uns über verschiedene Dinge, unter anderem was alles gerade so in der Welt vorgeht.
Dabei fällt unser Gespräch unter anderem auf die Situation im Sahel, wo vor ein paar Jahren eine Übergangsregierung von der UN eingerichtet wurde, um die Situation, die sich dort seit ein paar Jahrzehnten praktisch unverändert hält, endlich unter Kontrolle zu bekommen.
Man merkt aber bis jetzt noch nichts davon, weil man immer nur von weiteren Terrorangriffen auf Dörfer hört.
Allerdings hoffen wir, dass die Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorgansiationen und Unternehmen wie auch Automated Innovation zumindest Teile der Krise unter Kontrolle bringen kann.
Zum Beispiel baut Automated Innovation dort Garten-Eden-Einheiten sowie Brunnen und Solar- und Windfarmen auf, um die Bevölkerung mit Nahrung, Wasser und Strom zu versorgen.
Über die Situation bei uns in der E.R.Z. und besonders über die Situation mit den Fanatikern reden wir bewusst nicht.
Beim Innovationskomplex angekommen steigen wir aus und gehen hoch zu Annikas Wohnung, wo ich ihre Tasche auf dem Tisch abstelle und sie frage, ob ich ihr noch bei etwas helfen kann, was sie verneint und sagt, dass sie nur ein wenig Gesellschaft möchte.
Deshalb setzen wir uns an den Tisch und unterhalten uns weiter, bis einer meiner Erinnerungswecker klingelt, der mich daran erinnern soll, dass ich zur Autismustherapie muss, weshalb ich mich verabschiede und mich wieder auf den Weg mache.
Beim ATZ angekommen warte ich bis 5 Minuten vor meinem Termin und klingel dann.
Während der Therapiestunde erzähle ich vor allem vom Vorfall und wie er mich nicht mehr loslässt, aber auch von den Sorgen, die ich mir um Annika gemacht habe und die, die ich mir um Jakob mache, weil es ihm eindeutig auch nicht gut geht.
Nachdem ich das getan habe, bekomme ich noch Tipps, wie ich mit der Erfahrung vom Vorfall umgehen kann und wie ich Jakob potentiell helfen kann.
Danach ist die Stunde auch schon herum und ich fahre wieder zurück.
Im Innovationskomplex nutze ich noch schnell die örtlichen Einkaufsmöglichkeiten, um meine Vorräte aufzustocken und sortiere diese in meiner Wohnung weg.
Danach klopfe ich noch an Jakobs Wohnungstür, um zu sehen, wie es ihm geht, bekomme aber keine Antwort, was mir leichte Sorgen macht.
Ich versuche es aber auch nicht nochmal, weil es auch schon später Abend geworden ist und ich ihn nicht unnötig stören will.
Also gehe ich wieder zurück in meine Wohnung und beschäftige mich dort mit verschiedenen Dingen, um mich von den Gedanken über den Vorfall abzulenken, bis ich ins Bett gehe.


